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Einladung Mitgliederversammlung 2012

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Jahrestagung 2012

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3. Doktorand/innentagung 2011

PROGRAMM der 3. Doktorand/innentagung 2011

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Aktueller Länderbericht: Sachunterricht in Schleswig-Holstein

(Stand Februar 2010)

A. Sachunterricht an der Universität Flensburg (Beate Blaseio)
Die Universität Flensburg ist die einzige Universität, die das Studienfach Sachunterricht im Land Schleswig-Holstein anbietet. Hier allerdings ausschließlich im Masterstudiengang „Grund- und Hauptschule“ bzw. im Masterstudiengang „Sonderschule“.
Das Institut für Sachunterricht der Universität Flensburg ist zurzeit mit einer Vertretungs-professorin mit einem Lehrdeputat von 9 SWS besetzt (bis 31.07.2010). Die Professur soll zum Win-tersemester 2010/11 neu besetzt werden. Weitere Mitarbeiter gibt es nicht.
Mit Einführung der BAMA-Studiengänge im Jahr 2005 kann man sich nicht mehr als Studienanfänger für das Fach Sachunterricht einschreiben. Im alten Lehramtsstudium war die Wahl des Faches Sachunterricht als eines von zwei zu studierenden Unterrichtsfächern im Studiengang „Lehramt für Grund- und Hauptschulen“ möglich und wurde jährlich von ca. 120 bis 130 Studienanfängern gewählt. Diese hohe Anzahl wurde vom Landesrechnungshof im Bericht 2009 kritisiert, da im Jahr 2007 von den 213 Absolventen für das Lehramt GHS des Landes 84 Studierende die Prüfung im Fach Sachunterricht abgelegt haben (entspricht 39%) und er die Einsetzbarkeit dieser Lehrkräfte auf die Schulart Grundschule begrenzt sieht.
Durch die BAMA-Studienstrukturen ist das Mitarbeiterteam des Sachunterrichts an der Universität Flensburg von 2005 bis 2010 von vier Vollzeitmitarbeitern (ca. 60 SWS pro Semester) auf eine Stelle (9 SWS pro Semester) geschrumpft.
Der MA-Teilstudiengang Sachunterricht kann über folgenden Weg erreicht werden: Die Studierenden entscheiden sich im BA für eines der Bezugsdisziplinen des Sachunterrichts (Biologie, Chemie, Geographie, Geschichte, Physik oder Wirtschaft/Politik) und legen in diesem Fach ihren BA ab. Parallel zu diesem Fach müssen die Studierenden mit Interesse am Sachunterricht im 3. Studienjahr das Modul „Elementarisierung sachbezogener Bildungsinhalte“ im Umfang von 9 CP (6 SWS) wählen und beschäftigen sich hier das erste Mal mit Grundlagen der Sachunterrichtsdidaktik.
Wer ein Bezugsfach mit einem BA abgelegt hat und das Modul im 3. Studienjahr erfolgreich bestanden hat, kann sich für den MA-Teilstudiengang Sachunterricht bewerben.
Die Tabelle zeigt die Anzahl der Studierenden der Universität Flensburg, die das Modul im BA (3. Studienjahr) belegt haben sowie die, die sich für den MA im Teilstudiengang Sachunterricht ent-schieden haben.

 

BA 3. Studienjahr

MA einjährig

Studienjahr: WS 2007/08 bis SoSe 2008

42

-

Studienjahr: WS 2008/09 bis SoSe 2009

63

14

Studienjahr: WS 2009/10 bis SoSe 2010

92

40

Studienjahr: WS 2010/11 bis SoSe 2011

(*geplante Maximalzahlen)

50*

25*

Die Zahlen zeigen das hohe, vor allem das gestiegene Interesse der Studierenden am Sachunterricht. Bisher war der Zugang weder zum BA-Modul noch zum Master be­schränkt. Dieses soll sich zum WS 2010/11 ändern.  

Die Universitätsleitung möchte aufgrund der Personalsituation (es stehen pro Semester nur 9 SWS Lehre zur Verfügung) die Zulassungszahlen für das BA-Modul und den MA-Teilstudiengang Sachunterricht deutlich senken. Argumentativ bezieht sich das Präsidium auf den Bericht des Landesrechnungshofes (wir haben genug Sachunterrichtslehrer!) und darauf, dass keine weiteren Personalstellen für den Sachunterricht in der Universität vorgesehen und eingerichtet werden sollen. Die Studierendenzahlen müssen entsprechend auf die 9 SWS Lehrangebot angepasst werden; d.h. im nächsten Studienjahr erfolgt eine Begrenzung auf 50 BA-Modulplätze und 25 MA-Plätze.

Die aktive Fachschaft des Sachunterrichts hat gegen diese Regelung Anfang Januar 2010 beim Bildungsministerium Schleswig-Holstein und beim Präsidium der Universität Flensburg protestiert: den 92 Teilnehmer des jetzigen BA-Moduls stehen nur 25 Master­plätze zur Verfügung – eine Umfrage hat aber ergeben, dass ca. 50 bis 60 Studierende in den MA-Teilstudiengang Sachunterricht im Sommer wechseln wollen.

Im MA-Teilstudiengang Sachunterricht müssen 2 Module belegt werden. Die Lehre im Fachmodul (Modul 1 – 8 CP mit 4 SWS) und wird von Kollegen der Bezugsfächer übernommen. Das Modul 2 (Didaktik des Sachunterrichts – 8 CP mit 5 SWS) wird aus den 9 SWS Stundendeputat der Vertretungsprofessorin abgedeckt. Die Modulpläne sind auf der Homepage des Instituts einsehbar.[3] 

 

B. Sachunterricht in der zweiten Phase (Tanja Reinke)

 

Das IQSH[4] ist zuständig für den Vorbereitungsdienst der Lehrkräfte im Land Schleswig-Hol­stein. In Schleswig-Holstein werden zurzeit ca. 600 Lehrkräfte für die Laufbahn „Grund- und Hauptschule“ in zwei Unterrichtsfächern und Pädagogik ausgebildet, davon 191 im Fach Heimat- und Sachunterricht[5]. Die Ausbildung im Fach Heimat- und Sachunterricht ist an verbindlichen, allgemeinen und fachspezifischen Ausbildungsstandards[6] ausgerichtet. Sie versteht sich als Unterstützung selbstständig und selbstverantwortlich arbeitender und lernender junger Lehrkräfte.

 

Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre und findet an zwei Orten statt: Ausbildung an den Schulen durch Ausbildungslehrkräfte und Ausbildung durch Studienleiterinnen und Studienleiter des IQSH. Für das Fach Heimat- und Sachunterricht begleiten 11 Studienleiterinnen und Studienleiter (3 hauptamtliche, 8 nebenamtliche) die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst (LiV).

 

Zur Erweiterung und Vertiefung der fachlichen, didaktischen und pädagogischen Kompetenz ist die LiV verpflichtet, an Ausbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Diese bestehen aus Pflicht- und Wahlmodulen und dienen der Professionalisierung der LiV im Sinne einer Theorie-Praxis-Verknüpfung. Im Fach Heimat- und Sachunterricht sind vier Pflichtmodule wahrzunehmen, ein ganztägiges Grundlagenmodul (8 Stunden) und drei Module von jeweils drei ganzen Tagen (24 Stunden). Zur eigenen Profilbildung können LiV parallel zu den Pflichtmodulen weitere eintägige Module wählen. Diese Wahlmodule im Umfang von insgesamt 120 Zeitstunden können sie in ihren Fächern und in Pädagogik belegen. Für das zweite Halbjahr des Schuljahres 2009/10 werden im Bereich Heimat- und Sachunterricht 10 Pflicht- sowie 10 Wahlmodule (z. B. außerschulische Lernorte, Astronomie, PC, Feuer) für maximal 20 Teilnehmerinnen je Modul angeboten. Die Inhalte er Pflichtmodule orientieren sich an den Lernfeldern des Lehrplans Grundschule sowie der Perspektiven des Perspektivrahmens.

 

Zur weiteren Optimierung des Fachunterrichtes wurde die Ausbildungsberatung eingeführt. Diese gleichberechtigte, kollegiale Unterrichtsreflexion erweitert die Rückmeldung der Ausbildungslehrkraft durch die Expertise der Studienleiterinnen und Studienleiter des Faches Heimat- und Sachunterricht. Die LiV erhalten durch die externe Sicht weitere Impulse für die Reflexion ihrer Erfahrungen und für die Weiterentwicklung ihres Unterrichts. Im Laufe der Ausbildung sind drei Beratungen im Fach Heimat- und Sachunterricht vorgesehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Hausarbeit (Umfang ca. 20 Seiten) im Fach Heimat- und Sachunterricht zu schreiben, in der die LiV exemplarische Aspekte der eigenen Unterrichtspraxis und deren Wirkung dokumentiert und reflektiert.

 

 

C. Sachunterricht in der Lehrerfortbildung (Tanja Reinke)

 

Das IQSH ist auch für die Fortbildung von Lehrkräften im Land Schleswig-Holstein zuständig. Das Fortbildungsangebot des Fachs Heimat- und Sachunterricht bietet im ersten Halbjahr 2010 Veranstaltungen zum naturwissenschaftlichen Lernen in der Grundschule und zum Lernen in den Klassen 1/2. Gleichzeitig gibt es Angebote für fachfremd unterrichtende Kollegen und Erstellung eines Fachcurriculums. Ausgehend von fachlichen Inhalten wird insbesondere das Lernen in heterogenen Gruppen thematisiert. Diese werden sowohl als Termin- als auch Abrufveranstaltungen angeboten.

Sowohl in Ausbildung und Fortbildung findet eine enge Kooperation mit dem Projekt „SINUS an Grundschulen“ statt. Im Juni 2010 findet ein „Landesfachtag Heimat- und Sachunterricht“ zum Thema „Von den Fragen der Kinder ausgehen – Wege zu einem lebendigen Heimat- und Sachunterricht“ statt.

 

 

D. Sachunterricht in der Grundschule 

Der Sachunterricht wird in den schleswig-holsteinischen Schulen zurzeit nach dem Lehrplan[7] aus dem Jahr 1997 unterrichtet. Dieser ist im Vergleich zu den vielen neuen Lehr­plänen des Sachunterrichts anderer Bundesländer nicht nach fachlichen Perspekti­ven strukturiert und nicht kompetenzorientiert ausgerichtet. Es besteht also dringender Handlungsbedarf für einen Neuentwurf eines Lehrplans für einen zeitgemäßen Sachun­terricht im Land Schleswig-Holstein.

Seit 2007 gilt an den Grundschulen des Landes die sogenannte „Kontingentstundenta­fel[8]“. Für den natur-, sozial- und gesellschaftlichen Bereich mit den Fächern Sachunter­richt und Religion werden für die ersten beiden Klassenstufen 8 Stunden berücksichtigt. Für die Klassenstufen drei und vier werden insgesamt 12 Stunden veranschlagt.

Da der Religionsunterricht traditionellerweise 2 Unterrichtsstunden pro Woche pro Schuljahr einnimmt, verbleiben für den Sachunterricht folgende Unterrichtstunden pro Woche:

Klasse 1

Klasse 2

Klasse 3

Klasse 4

2 Stunden

2 Stunden

4 Stunden

4 Stunden

In Schleswig-Holstein werden im Grundschulbereich für das Fach Sachunterricht auch weiterhin Lehrkräfte eingesetzt, die für dieses Fach nicht ausgebildet sind. Zwar kommen zunehmend ausgebildete Sachunterrichtslehrkräfte an den Schulen an, jedoch wird vielfach der Sachunterricht noch von Deutschlehrkräften (mit) unterrichtet oder von Lehrern, die ein Sachfach für die Sekundarstufe I studiert haben.

 

Sachunterricht wird beim Übergang in die Sekundarstufe I neben Deutsch und Mathema­tik inoffiziell als Hauptfach betrachtet und ist damit in der Praxis übergangsrelevant, auch wenn kein Notendurchschnitt wie in Bayern oder Baden-Württemberg für die verbindliche Schulart­empfehlung gebildet wird.

 


 

[1] http://www.landesrechnungshof-sh.de/index.php?getfile=schulbericht2009.pdf

[2] Der Masterstudiengang „Grund- und Hauptschule“ besteht aus drei Säulen: 1. Fach, 2. Fach, Bildungswissenschaften. Der Masterstudiengang „Sonderschule“ besteht aus folgenden drei Säulen: 1. Fach, Sonderpädagogik mit zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen, Bildungswissenschaften.

[3] www.uni-flensburg.de/hsu

[4] Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

www.iqsh.de

[5] An der Universität Flensburg wird das MA-Studienfach nach der BAMA-Reform seit 2006 „Sachunterricht“ genannt. Damit verfügt nun auch Schleswig-Holstein über die Studienfachbezeichnung, die sich deutschlandweit durchgesetzt hat. Das Unterrichtfach an schleswig-holsteinischen Grundschulen sowie das Ausbildungsfach im Vorbereitungsdienst heißen jedoch weiterhin „Heimat- und Sachunterricht“ – kurz „HSU“ genannt.

[6] http://faecherportal.schleswig-holstein.de/links/materials/1241889139_2.pdf

[7] http://lehrplan.lernnetz.de/intranet1/links/materials/1107160466.pdf

[8] http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Schulen/SchulrechtSchulgesetz/

Rechtsquellen/Kontingentstundentafeln,templateId=raw,property=publicationFile.pdf