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Zur Situation des Sachunterricht im Saarland

Zusammenfassung

  • Der zum WiSe 2012/13 eingeführte Studiengang „Lehramt für die Primarstufe und die Sekundarstufe 1 (Klassenstufen 5-9)“ (LPS1) wurde zum WiSe 2015/16 neu aufgelegt und zu einem reinen Studium „Lehramt Primarstufe“ (LP) (ohne Sek1-Anteil) gewandelt.
  • Mit dem Sek 1-Wegfall werden die Studienfächer der Primarstufe (Mathematik, Deutsch, Sachunterricht) stärker gewichtet und die wiss. Hausarbeit gestärkt. Einher geht damit eine Ausweitung eines Wahlpflichtbereiches („Übergänge“: KiGa-GS-Sek sowie „Individuelle Lehr-Lern-Situationen“), den die Studierenden selbstständig wählen und verantworten können.
  • Die Ausbildung erfolgt als Staatsexamen in einem 8-semestrigen Studiengang, der bis auf den o.g. Wahlbereich wenig Vertiefungsmöglichkeiten oder Schwerpunktsetzungen zulässt und stark curricular geprägt ist.
  • Die Lehrerausbildung im Saarland wurde für die Primarstufe (LPS1) erstmalig zum WiSe 2012/13 eingeführt und hat keine Historie (abgesehen von ehemaligen Pädagogischen Hochschulen im Saarland, die in den 1970ern abgeschafft wurden). Dies ist Chance und Auflage zugleich, da die Studienbereiche neu an der Universität ausgebaut werden.
  • Eine Lehrerausbildung mit insgesamt 6 Jahren (z.B. 8 Semester BA, 2 Sem. MA, 2 Sem. Referendariat) ist nicht geplant und führt somit weiterhin zu grundsätzlichen Unterschieden in der Besoldung und zunehmend zu Problemen in der Vergleichbarkeit mit anderen Bundesländern

Lehrerbildung

Zum Wintersemester 2012/13 wurde erstmals an der Universität des Saarland (UdS) die Ausbildung für das Lehramt an der Primarstufe und Sekundarstufe 1 (Klassen 5-9) (LPS1) an der Universität des Saarlandes eingeführt. Es gab in den 1970er Jahren an der Pädagogischen Hochschule letztmalig eine Grundschullehrerausbildung, die aber mit Abschaffung der PH ausgelaufen ist. Die Saarländischen Grundschullehrkräfte rekrutierten sich vornehmlich aus Rheinland-Pfalz, wobei die Universität Koblenz-Landau die räumlich dichteste Institution zur Ausbildung als Grundschullehrkraft zum Saarland ist. Die zweite Phase (Referendariat) war allerdings durchaus im Saarland angesiedelt und das Studienseminar hat die extern ausgebildeten Grundschulehrkräfte nach dem Ersten Staatsexamen weiter ausgebildet. A

uf Initiative der CDU, namentlich Ministerpräsidentin Annette Kramp-Karrenbauer, wurde die Primarstufenausbildung im aktuellen Koalitionsvertrag verankert und nach vielen universitätsinternen Diskussionen zum WiSe 2012/13 eingeführt. Dafür wurden der Universität zusätzliche Mittel bewilligt und zunächst drei (Mathematikdidaktik, Deutschdidaktik, Sachunterrichtsdidaktik), später vier (Grundschulpädagogik/Bildungswissenschaften), Professuren eingerichtet. Diese konnten zum WiSe 2012/13 (Mathematik, Deutsch) bzw. SoSe 13 (Sachunterricht, Grundschulpädagogik/Bildungswissenschaften) besetzt werden. Die Professur für Grundschulpädagogik ist zurzeit vakant und wird vermutlich aufgrund der Sparvorgaben des Landes an die Universität nicht neu besetzt.

Das Studium ist 8-semestrig mit dem Abschluss Erstes Staatsexamen. Eine Ausweitung auf 10 Semester oder die Einführung eines BA/MA-Modells ist aktuell nicht Stand der Debatten. Nach dem ersten Abschluss absolvieren die zukünftigen Lehrkräfte ein 18-monatiges Referendariat, das (bislang) keine speziellen fachdidaktischen Seminare im Bereich des Sachunterrichts Grundschule vorsieht.

1. Universitäre Lehrerbildung

Die Ausbildung an der UdS für den Sachunterricht ist in den Primarstufengängen LPS1 bzw. LP verpflichtend und wird für alle Studierende des LPS1-Studienganges fachwissenschaftlich und fachdidaktisch von der Professur Didaktik der Primarstufe: Sachunterricht organisiert und erteilt. Innerhalb des SU erfolgt eine fachwissenschaftliche und fachdidaktische Ausbildung in voller Breite des SU, wobei der (politisch intendierte) Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften liegt.

LP (seit WiSe 2015/16)

Der neue Studiengang LP wurde zum WiSe 2015/16 eingeführt und umfasst insgesamt 240 CP mit den verpflichtenden Studienfächern der Primarstufe: Mathematik (34 CP), Deutsch (34 CP) und Sachunterricht (34 CP). In diesen Studienfächern werden auch die Fachpraktika absolviert (in den 34 CP mit jeweils 9 CP enthalten). Zusätzlich gibt es das Orientierungspraktikum in den Bildungswissenschaften (9 CP von 48 CP). Es gibt zwei Wahlpflichtbereiche mit „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) oder „Frühes Fremdsprachenlernen Französisch“ (FFF) (24 CP) und „Ästhetische Bildung und Sport“ (18 CP). Die Wahlbereiche Übergänge sollen eine Schwerpunktsetzung der Studierenden im Übergangsbereich Kindergarten und Grundschule oder Grundschule und Sekundarstufe 1 ermöglichen (12 CP). Weiterhin gibt es den Wahlbereich „Individuelle Lehr-Lern-Situationen“ (ILL), der mit 16 CP (in denen 4 CP für Medienschwerpunkte vorgesehen sind) studiert wird. Diese Wahlmöglichkeiten mit individueller Schwerpunktsetzung wurden aufgrund des Wegfalls des Sek. 1-Faches möglich.

Die Ästhetische Bildung ist mit dem Fach Kunst an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) und Musik an der Hochschule für Musik (HfM) angesiedelt, was terminliche, reisetechnische und stundenplantechnische Schwierigkeiten ergibt. Auch die Kreditierung der Leistungen der Studierenden ist an den Hochschulen sehr unterschiedlich ausgelegt. Eine wissenschaftliche Hausarbeit schließt das universitäre Studium (16 CP plus 4 CP Kolloquium) ab und wird in den Studienfächern der Primarstufe geschrieben. Abschluss des Studiums ist ein Staatsexamen mit mündlicher Prüfung.

LPS1 (auslaufend)

Der Sachunterricht konnte vom WiSe 2012/13 bis (letztmalige Einschreibung) 2015 im Studiengang „Lehramt für die Primarstufe und die Sekundarstufe 1 (Klassen 5-9) studiert werden. Als Pflichtbereiche sind in diesem vorgesehen: Mathematik (27 CP), Deutsch (27 CP) und Sachunterricht (25 CP). Weiterhin sind verpflichtend: Bildungswissenschaften (48 CP) und ein Sek-1-Fach mit (61 CP). In den Fachdidaktiken (Didaktik der Primarstufe: Ma/D/SU), im Sek-1-Fach und in den Bildungswissenschaften werden Praktika absolviert (Ma: 9 CP, D: 9 CP, SU 7 CP, BW 9 CP, Sek1: 7 CP), deren Umfang und Kreditierung aufgrund der Zuordnung als Block oder semesterbegleitend unterschiedlich ausfällt. Weiterhin werden 2 Wahlpflichtbereiche mit je 18 CP (Ästhetische Bildung, Sport, Frühes Fremdsprachelernen Französisch und Deutsch als Zweitsprache) von den Studierenden gewählt.

2. Zweite Phase

Die Ausbildung für das „Lehramt an der Primarstufe und Sekundarstufe I“ dauert aktuell 18 Monate. Die Ausbildung im Studienseminar orientierte sich einerseits an dem Sek-1-Fach und zum anderen an grundschulspezifischen Anforderungen. Allerdings existieren für den Sachunterricht bislang keine speziellen Fachseminare, noch gibt es entsprechend qualifizierte Fachseminarleitungen. Die bisherige Ausbildung im Referendariat muss im Zuge der Veränderungen im universitären Studiengang von LPS1 zu LP deutlich umgestellt werden und vermutlich auch ein Fachseminar Sachunterricht beinhalten. Dies wird in den nächsten Jahren entwickelt.

3. Fortbildungen

Obwohl die Fortbildung zu den Dienstaufgaben der Lehrer_innen gehört, ist es weitgehend freigestellt, welche Fortbildungen belegt werden. Eine Kooperation der Universität mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien besteht und wird durch übergreifende Angebote ausgebaut.

Schule

Sachunterricht ist im 1. & 2. Schuljahr im Fächerverbund „Grundlegender Unterricht“ (Deutsch/Mathematik/Sachunterricht/Bildende Kunst und Musik) angelegt; dieser umfasst insgesamt 16 Stunden. Innerhalb dieses Verbundes ist Sachunterricht mit 3 Std. ausgewiesen, wobei „wo es sich anbietet, soll fächerübergreifend-ganzheitlich unterrichtet werden“ (VO 2005). In der 3.&4. Klasse hat der Sachunterricht 4 Std. in der Stundentafel (Mathematik 5, Deutsch 5). Obwohl der Sachunterricht im zeitlichen Umfang wenig hinter den Fächern Mathematik oder Deutsch steht, ist eine Dominanz dieser Fächer im Bewusstsein vieler Lehrkräfte zu finden. Auch aktuelle (Verbund-)Lehrwerke für die Grundschule fördern eine Verschiebung von Sachunterrichtsthemen zu z.B. dem Deutschunterricht, bei dem über Sachthemen geschrieben wird, aber mehr das Schreiben im Vordergrund steht als die Auseinandersetzung mit dem Sachthema.

Markus Peschel

Stand Februar 2016