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Einladung Mitgliederversammlung 2012

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Jahrestagung 2012

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3. Doktorand/innentagung 2011

PROGRAMM der 3. Doktorand/innentagung 2011

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Zur Situation des Sachunterricht im Saarland

Bildungspolitische Situation der Grundschulen im Saarland

Demographische Entwicklungen, Sparzwänge und der Wunsch nach Qualitätsverbesserung führten zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 zur Grundschulstrukturreform, welche unter anderem eine Konzentration der Grundschulstandorte und die Schaffung einer neuen Grundschulstruktur mit mindestens zweizügigen Grundschulen zur Folge hatte. Dieses Parallelklassensystem ist Grundlage der innerschulischen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung.

Während es im Schuljahr 2004/2005 noch 269 Grundschulstandorte gab, wird es nach Abschluss der Reform zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 noch 170 Grundschulen geben. Davon bleiben 64 Grundschulen unverändert bestehen, 90 Grundschulen werden durch Zusammenlegung neu gebildet und 16 dauerhafte Dependancen bleiben erhalten.
99 Grundschulen werden geschlossen.

Im Rahmen der Grundschulstrukturreform änderte sich auch die Pflichtstundenzahl der einzelnen Klassenstufen (1. und 2. Klasse: 25 Wochenstunden – darin sind 3 Wochenstunden Sachunterricht enthalten; 3. und 4. Klasse: 26 Wochenstunden – darin sind 4 Wochenstunden Sachunterricht enthalten).

Jeweils 5 Wochenstunden Deutsch-, Mathematik- und Förderunterricht in den Klassenstufen 1 und 2 sind so zu verteilen, dass die Kinder täglich darin unterrichtet werden. Der verpflichtende Förderunterricht kommt als individuelle und gemeinsame Förderung allen Schülern zugute. Er dient dem Ausgleich von individuellen Lernrückständen oder der zusätzlichen Förderung in den Fächern Deutsch und Mathematik und basiert auf einem Förderkonzept, das unter Berücksichtigung einer individuellen Lernstandserhebung der einzelnen Kinder erstellt wird. Eine gezielte Förderung von Kindern mit vergleichbarem Leistungsstand erfolgt durch innere Differenzierung oder klassenübergreifend.

Eine wichtige Aufgabe dieses Förderunterrichts besteht in der Vermittlung und Einübung von Lern- und Arbeitstechniken. Hier zeigen sich Ansatzmöglichkeiten für den Sachunterrichts auf.

Auch im Saarland überlagern Bildungsstandards, Förderkonzepte in den Fächern Deutsch und Mathematik den Stellenwert des Sachunterrichts in der Grundschule.Weitere Informationen zur aktuellen bildungspolitischen Situation des Saarlandes können Sie bei Interesse den unten stehenden Links entnehmen.

Fördern in der Grundschule

http://www.saarland.de/19502.htm

Qualitätssicherung http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/Konzept_Qualitaetssicherung_Saarland.pdf

Selbstständige Schule

http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/Selbststaendige_Schule.pdf

Begabtenförderung

http://www.saarland.de/4524.htm

Unterrichtshilfen – Hinweise – Projekte

http://www.saarland.de/10990.htm

Lehrplan Sachunterricht

Lehrerausbildung

1. Phase

Ein Lehramtsstudium für die Primarstufe und die Sekundarstufe I ist an der Universität des Saarlandes nicht möglich.

Die meisten Hochschulabsolventen, welche im Saarland ihr Referendariat beginnen, haben ihr erstes Staatsexamen in Rheinland Pfalz oder Baden-Württemberg erworben. Der unterschiedliche Studienaufbau an den Hochschulen beider Bundesländer hat zur Folge, dass die Kenntnisse und Fähigkeiten der angehenden Lehramtsanwärter stark voneinander abweichen.

Der Austausch zwischen den Hochschulen in Rheinland-Pfalz und dem saarländischen Studienseminar gestaltet sich minimalistisch. Zwischen Baden-Württemberg und dem Saarland findet kein Informationsaustausch statt.

2. Phase

Der Vorbereitungsdienst dauert 24 Monate. Der Ausbildungsunterricht umfasst während der gesamten Ausbildungszeit 16 Wochenstunden. Davon finden 10 Stunden in der Grundschule und 6 Stunden in der Sek I-Schule (Erweiterte Realschule oder Gesamtschule) statt. Für die Zeit des eigenverantwortlichen Unterrichts erhöht sich die Zahl der Wochenstunden auf 20. Davon unterrichtet der Lehramtsanwärter 14 Stunden eigenverantwortlich in der Grundschule und 6 Stunden in der Sek I-Schule.
Wie in anderen Bundesländern baut auch im Saarland der Vorbereitungsdienst auf die im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf. Aufgrund der oben beschriebenen Bedingungen differieren diese Voraussetzungen sehr stark.

Die Ausbildung der Anwärter beginnt mit einer halbjährigen Einführung in die Praxis des Unterrichtens. Die Anwärter hospitieren zunächst in mehreren Klassenstufen und machen sich mit den Einrichtungen der Schule vertraut. Sie übernehmen unter Aufsicht des Fachleiters einzelne Unterrichtsstunden, welche im Laufe der Ausbildung zu längeren Unterrichtseinheiten gesteigert werden. Während dieser Zeit erweitern und vertiefen die Lehramtsanwärter ihre Einsicht sowohl in didaktische als auch methodische Probleme. Parallel dazu findet eine Ausbildung in den audiovisuellen Medien statt.

Die Phase des eigenverantwortlichen Unterrichts beginnt bei Referendariatsbeginn zum 01.08. mit dem 3. Semester und bei Referendariatsbeginn zum 01.02. mit dem 2. Semester und dauert ein volles Schuljahr. Die Lehramtsanwärter werden als Co-Klassenlehrer mit 14 Wochenstunden im eigenverantwortlichen Unterricht an der Grundschule eingesetzt. Der eigenverantwortliche Unterricht ist fester Bestandteil der Unterrichtsverteilung (UVP) an den Einsatzschulen. Über die zu unterrichtenden Fächer entscheidet schwerpunktmäßig der Schulleiter der Schule, an der die Lehramtsanwärter bedarfsdeckend eingesetzt sind.

Es ist daher keine Seltenheit, dass Lehramtsanwärter in Mathematik (5 h), Sport (meist in verschiedenen Klassen 3 x 2 h), Förderunterricht (1 h) und in ihrem Sekundarstufen I – Fach (z.B. Religion 2 h) eingesetzt werden, nicht jedoch im Sachunterricht.Theoretische Unterweisung

In wöchentlichen Seminarsitzungen (3 h) werden allgemeine pädagogische Fragen, die sich im Unterricht oder im Leben der Schule ergeben, besprochen.

Gegenstand der Sitzungen, welche von der Leitung des Studienseminars, von Fachleitern oder Fachreferenten durchgeführt werden, sind: allgemeine Unterrichtslehre, Pädagogik (besonders in ihrem Bezug zur heutigen Schul- und Erziehungswirklichkeit, Sozialpädagogik, Fragen der Suchtprävention, pädagogisch relevante Gebiete der Psychologie und der Soziologie, Frage der europäischen Dimension des Unterrichts sowie Themen der Bildungspolitik und Schulreform.

In die allgemeine und fachliche Unterweisung werden auch Fragen der Koedukation, der Integration von Behinderten und von Kindern, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, sowie fächerübergreifende Aspekte der Erziehung einbezogen, so z.B. Medienerziehung, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, Gesundheits-, Sexual-, Friedens- und Verkehrserziehung.

Die Lehramtsanwärter werden außerdem mit allen dienstlichen Obliegenheiten einer Lehrkraft, dem Aufbau der Schulverwaltung und den wichtigsten schulrechtlichen Bestimmungen vertraut gemacht.

(hierzu siehe auchhttp://www.studienseminar-gs-sek1.de/ (Termine)).

Die Seminarsitzungen zum Sachunterricht umfassen folgende Inhalte:

-  Aufbau und Besonderheiten des saarländischen Lehrplans / Stoffverteilungsplan

-  Planen von Sachunterrichtsstunden und –einheiten

-  Leistungsbeurteilung im Sachunterricht

-  Lernorte außerhalb des Klassenzimmers

-  Projekte im Sachunterricht

Es fehlen unter anderem Seminare zu den Themen:

-  Experimente und Experimentieren

-  Naturwissenschaften im Sachunterricht

-  Praxishilfen zur Entwicklung personaler- und sozialer Kompetenz

-  Methodenkompetenz

Fazit:

Nicht jeder Lehramtsanwärter unterrichtet im Jahr seines eigenverantwortlichen Unterrichts Sachunterricht. Eine Lehrprobe in diesem Fach ist nicht zwingend erforderlich. Auch in der saarländischen Lehrerausbildung bestehen insbesondere in den naturwissenschaftlichen Inhaltsbereichen Defizite.

Sachunterricht, als eines der Kernfächer unserer Grundschulen, sollte in die praktische Ausbildung verbindlicher und intensiver eingebunden werden.

Bisher gibt es im Saarland keine Anzeichen dafür, dass die Kopplung von Grund- und Hauptschullehramt aufgegeben werden soll.

Lehrerfortbildung

Wenngleich in den Schulen die Diskussionen über Qualitätssicherung, Förderpläne und Förderkonzepte in den Fächern Deutsch und Mathematik überwiegen und Bildungsstandards ein Thema sind, versuchen die saarländischen Fortbildungsinstitute LPM (http://www.lpm.uni-sb.de/Veranstaltungen/) und ILF (http://www.ilf-saarbruecken.de/veranstaltungen/ILF_06_7.pdf ) ein relativ ausgewogenes Fortbildungsangebot zu schaffen.

Schuljahr 2006/2007

Fortbildungsveranstaltungen Deutsch (GS): 16

Fortbildungsveranstaltungen Sachunterricht: 16

Fortbildungsveranstaltungen Mathematik (GS): 22

Kindergarten

Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, Kindergarten und Grundschule einander anzunähern. In diesem Zusammenhang entstanden das „Bildungsprogramm für Saarländische Kindergärten“.

(nähere Informationen unter: http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/SBPKiGa.pdf )

Die Bildungsziele dieses Programms sind als vier Basiskompetenzen formuliert, welche die Kinder während ihrer Kindergartenzeit erwerben sollen.Bildungsziel 1: Ich-Kompetenz

(Vertrauen in die eigenen Kräfte entwickeln, sich selbst achten, neugierig und offen sein für neue Erfahrungen, Ideen entwickeln und Initiative ergreifen, positive Einstellung zu sich selbst, Selbstständigkeit, Selbstverantwortung, Lernbereitschaft, Durchsetzungsvermögen, Konfliktbewältigung, usw.)Bildungsziel 2: Sozial-Kompetenz

(Anderen zuhören, sich einfühlen können, Normen akzeptieren und Regeln des Zusammenlebens vereinbaren und einhalten, Fähigkeit zur sprachlichen Verständigung aufbauen, sich über unterschiedliche Erwartungen verständigen, Konflikte aushandeln und Kompromisse schließen, sich zurücknehmen, Rücksichtnahme üben, sich am Gemeinschaftsleben beteiligen, helfen, solidarisch handeln, usw.)Bildungsziel 3: Sach-Kompetenz

(Fähigkeit zur Abstraktion aufbauen, Begriffe bilden und ordnen, Sachverhalte differenziert wahrnehmen und beschreiben, eigene Gedanken sinnvoll sprachlich treffend und grammatikalisch richtig ausrücken, Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen, Fähigkeit zum Problemlösen und zum Finden kreativer Lösungen entwickeln, usw.)Bildungsziel 4: Lern-Kompetenz

(Lust am Lernen empfinden und erkennen, dass Anstrengung zum Erfolg führt, Wissbegier, Neugier wecken, Interessen finden und fördern, eigene Stärken entdecken, Schwächen erkennen und Fortschritte erzielen wollen, kooperieren und arbeitsteilig an einer Sache arbeiten, usw.)

Der Erwerb der oben genannten Kompetenzen ist an Inhalte gekoppelt, welche folgenden sieben Bildungsbereichen zugeordnet werden:Bildungsbereich 1: Körper, Bewegung und GesundheitBildungsbereich 2: Soziale und kulturelle Umwelt, Werteerziehung und religiöse BildungBildungsbereich 3: Sprache und SchriftBildungsbereich 4: Bildnerisches GestaltenBildungsbereich 5: MusikBildungsbereich 6: Mathematische GrunderfahrungenBildungsbereich 7: Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Konzipiert wurden hierzu Handreichungen für die Praxis zum Bildungsprogramm. Diese geben ausführliche Erläuterungen und Begründungen sowie praktische Hinweise für die Umsetzung des Programms.

http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/BPKiGaHandreichungenPraxis.pdf

Ein positiver Ansatz, auf dem Grundschule und Sachunterricht mit Sicherheit aufbauen können.

Die Umsetzung des Bildungsprogramms in den saarländischen Kindergärten erfolgt in der Verantwortung der Träger.

Christine Ewen