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Zur Situation des Sachunterrichts in Niedersachsen

 A. zur Rolle des Sachunterrichts bezogen auf die Bildungsadministration

Für das Fach Sachunterricht ist es in Niedersachsen besonders problematisch, dass zwei Ministerien zuständig sind, die jeweils eigene Wege gehen.

Dies wird drastisch daran deutlich, dass im Kultusministerium als Folge von Bedarfsrechnungen für das GHR-Lehramt generell weniger Einstellungen geplant werden. Die Schaub-Studie von 1991 hat gezeigt, dass in Niedersachsen die übergroße Mehrzahl der Lehrerinnen und Lehrer das Fach Sachunterricht fachfremd unterrichten. Dieses Defizit konnte durch die bisherigen Einstellungen noch nicht kompensiert werden, es wird durch eine derartige Streichungsmaßnahme noch verschärft. Durch die fehlende Koordination mit dem MWK wird damit ein Standort bedroht, der nicht durch baldige Pensionierungen ohnehin unbesetzt ist. Von Spareffekt kann deshalb nicht die Rede sein.

Das Kultusministerium überlegt, eine Moderatorenausbildung zur besseren Umsetzung des Kerncurriculums Sachunterricht zu etablieren. Ab nächstem Jahr ist geplant, das Kerncurriculum Sachunterricht geistige Entwicklung fertig zu stellen.

B. In der Schule

In Niedersachsen ist das Kerncurriculum Sachunterricht schon ein Schulhalbjahr gültig. Dieses ist von der thematischen Strukturierung am Perspektivrahmen der GDSU angelehnt. Allerdings ist das, was an Kompetenzen konkret genannt wird, weitgehend als kognitiv abfragbares Wissen zu klassifizieren. Der weite Kompetenzbegriff der GDSU, der auch emotionale, soziale, praktische und ethische Fähigkeiten sowie anspruchsvolle kognitive Kompetenzen einschließt, ist in diese Fassung nicht eingeflossen. Komplexe Handlungsanforderungen, wie sie aus projektartigem Sachunterricht sich ergeben können, sind nicht formuliert. Vielmehr überwiegen Memorieranforderungen.

Die Vergleichsarbeiten in Niedersachsen werden nicht im Fach Sachunterricht geschrieben, was faktisch zu einer stärkeren Beachtung von Mathematik und Deutsch führt, aber nicht zu einer Flexibilisierung der Anforderungen im Sachunterricht.

C. in der Lehrerbildung und. Forschung

An den Hochschulen ist das Land Niedersachsen noch relativ gut ausgestattet. Es gibt noch die Standorte: Vechta, Osnabrück, Oldenburg, Hildesheim, Lüneburg, Braunschweig, Hannover. In Osnabrück und Hildesheim sind die Professuren für Sachunterricht derzeit im Besetzungsverfahren. In Vechta und Hildesheim gibt es je 2 Professuren, an den anderen Standorten eine. Die BA-Umstellung schreitet von Standort zu Standort weiter. Allerdings ist die konkrete Ausgestaltung von Ort zu Ort verschieden. So gibt es in Vechta den BA Natur-, Sozial- und Kulturwissenschaft, andernorts den Zweifach BA mit dem Fach Interdisziplinäre Sachbildung (Oldenburg) wiederum andernorts das Fach Sachunterricht auch im BA oder nur im MA (Braunschweig).

Laut Prüfungsordnung des Landes kann das Fach Sachunterricht nur im Lehramt für Grund-Haupt- und Realschule studiert werden. Nach neuester Erlasslage ist für das Fach Sachunterricht keine „Kurzfach“lösung möglich, obgleich dies etwa in Lüneburg und Osnbrück geplant wurde. Dieses Fach kann also nur im Umfang von 60 KP (BA und MA) studiert werden. Es muss als Kombination im Zweifach-BA mit Mathematik oder Deutsch zusammen studiert werden.

Die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern ist im Lande weitgehend dezentralisiert. In einigen regionalen Fortbildungszentren wird der Sachunterricht stärker thematisiert in anderen weniger. Das NILS in Hildesheim bietet als Folge der Umstrukturierung der Fortbildung im Lande keine speziellen Maßnahmen mehr an.

Für die Elementarbildung ist im Lande ein Forschungsprogramm aufgelegt worden, das vor allem auf die frühkindliche Sprachbildung orientiert ist. Für dieses Forschungsprogramm sind allerdings schon die Arbeitsgruppen im Gespräch, die bislang ohne Sachkontexte zu integrieren Sprachförderkonzepte entwickelt haben.

(Astrid Kaiser)

Aktueller Länderbericht Niedersachsen (Bericht 3/2010)
Astrid Kaiser
In Niedersachsen sind gegenwärtig an 6 Standorten (Hildesheim, Braunschweig, Lüneburg, Osnabrück, Vechta, Oldenburg) Professuren explizit für Sachunterricht besetzt. Eine Professur (Hannover) befindet sich im Besetzungsprozess. Allerdings gibt es auch gegenläufige Prozesse.
Die Lehrerausbildung für das Fach Sachunterricht ist an mehreren Standorten nicht mehr sicher verankert. Für Braunschweig wurde nach anfänglichen Schließungsdrohungen die Existenz des Studiengangs um zwei weitere Jahre verlängert.
In Oldenburg gab es interne Überlegungen von Präsidium und Dekanat, die Professur für Didaktik des Sachunterrichts und Grundschulpädagogik im Falle der Vakanz nicht mehr wieder zu besetzen und statt dessen zur besseren Ausstattung von als exzellent definierten Forschungsbereichen mit Sekretariaten, Doktorandenstellen etc. zu verwenden.
Die studentischen Aktionen im Wintersemester 2009/10 haben den von der KMK bereits avisierten Novellierungsprozess von BA-MA-Studienstrukturen beschleunigt und verstärkt. Das Wissenschaftsministerium Niedersachsen plant zudem einen 4semestrigen Master auch für das GHR-Lehramt mit intensiver integrierter Praxisphase. Es steht in Kürze eine landesweite Überarbeitung der bisherigen BA-MA-Studienstrukturen an. Dies hat deutliche Auswirkungen auch auf das Studium des Faches Sachunterricht. An verschiedenen Hochschulen des Landes gibt es bereits "Runde Tische" zur Überarbeitung der Studiengänge.