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Zur Lehrerbildung:

Hessen hat eine grundständige Lehrerbildung. Es gibt das Gerücht, dass sich über kurz oder lang auch Hessen einem BA/Ma-Modell anschließen wird. Noch ist dies aber nicht der Fall. Die 1. und die 2. Phase sind modularisiert. 

Zunächst zur 2. Phase. Grundlage scheint mir noch immer der hessische Rahmenplan Grundschule. (http://141.90.2.20:9080/sform/primar/Rahmenplan/Rahmenplan.pdf). Es gab wohl auch Überlegungen ihn abzuschaffen bzw. grundsätzlich zu überarbeiten. Dies ist soweit ich weis nicht mehr beabsichtigt und wird eingeholt durch die Entwicklung von Standards und Vergleichsarbeiten. Dies galt bislang für Mathe und Deutsch und soll nun auch für den Sachunterricht entwickelt werden. Der Rahmenplan macht Ziele verbindlich, aber keine Inhalte. Dies findet sich m.E. auch noch in den Modulen, die inhaltlich offen formuliert sind - anders formuliert: Der Sachunterricht hat keine Inhalte, aber Ziele. Hier gibt es einen Hinweis auf den Perspektivrahmen. So gesehen scheint sich der Sachunterricht als Fach zu behaupten. Allerdings wies das KM schon 2003 darauf hin, dass es einen Überhang an Bewerbern bei der Kombination Deutsch und Sachunterricht gäbe. Die Steuerung wird – so weit ich sehe – über die Studienseminare vorgenommen. Es gibt offenbar weniger Studienseminare, die das Modul Sachunterricht anbieten als früher.

Vor etwa einem Jahr ist das Lehrerbildungsgesetz geändert worden. Seitdem müssen alle Studierenden im Lehramt Grundschule die Fächer Deutsch und Mathematik belegen, sowie ein Modul „Ästhetische Erziehung“. Aus dieser Konstruktion heraus konkurriert nun der Sachunterricht mit den übrig gebliebenen Fächern: Kunst, Sport, Musik, Religion. Vorher war es z.B. möglich, Deutsch und Sachunterricht zu studieren oder Mathematik und Sachunterricht. Insgesamt zielt die Veränderung auf eine Stärkung des Klassenlehrerprinzips, von daher ist zu vermuten, dass Sachunterricht in Zukunft vermehrt fachfremd unterrichtet werden wird.

Damit bin ich bei der Schule. Die gültige Stundentafel weist den ersten beiden Schuljahren 2 und den Klassen 3 und 4 je 4 Stunden Sachunterricht zu. Der Sachunterricht wird auch selektionsrelevant. In Klasse 4 sollen nicht mehr als 4 Lernkontrollen geschrieben werden mit einer Bearbeitungszeit von 30 Minuten. Das ist 15 min. kürzer als für Deutsch und Mathematik und es sind 2 Arbeiten weniger. Der Sachunterricht kann theoretisch auch versetzungsrelevant werden – praktisch spielt das vermutlich kaum eine Rolle.

Für Schule und 2. Phase denke ich, hat das Hessische Kultusministerium von S. Bernfeld gelernt: „Sollen sich die Pädagogen um die Inhalte streiten, wir ändern die Organisation.“ Das betrifft Modularisierung, ein Amt für Lehrerbildung für 1., 2. und 3. Phase, Evaluierung, Standards und Vergleichsarbeiten. Mögliche Konsequenzen des Bildungsplanes von 0 bis 10 sind m.E. zur Zeit kaum zu prognostizieren, weil der Plan keine Unterscheidung der Institutionen (Kindergarten – Grundschule) vornimmt. Ich vermute, dass dies auch bei der Fortschreibung nicht geschehen wird, weil sich m.E. die damit intendierte Umsteuerung auf den Kindergarten bezieht. Faktisch wohl eine Verschulung des Kindergartens - inwieweit das Chancen oder Risiken für den Sachunterricht darstellt, ist aus meiner Sicht nicht erkennbar.Im universitären Bereich ist der Sachunterricht im Zuge der Modularisierung m.E. stärker fachwissenschaftlich ausgestattet worden - zumindest in Frankfurt. Es gibt ein Orientierungsmodul an dem die Fächer beteiligt sind und die Grundschulpädagogik. Ansonsten keine weitere Kooperation, was aber gegenüber der bisherigen Kooperation, die sich ausschließlich auf die Prüfungssituation bezog, doch den integrativen Charakter deutlich stärkt. Eine Besonderheit besteht in Frankfurt darin, dass Studierende der Grundschulpädagogik im Grundschulbereich 3 Module belegen müssen. Der Sachunterricht gilt dabei als eine Wahl zwischen Sachunterricht, Kindheit und Literalität. Das Sachunterrichtsmodul aus dem Kontext der Grundschulpädagogik ist also offen für diejenigen, die das Fach studieren aber auch für alle im Lehramt Grundschule.

Examensarbeiten wurden bisher bei den Fächern geschrieben aber auch mit einem Sachunterrichtsthema in der Grundschulpädagogik. Dies wird sich wohl auch kaum ändern.

Die Fortbildung ist im Kern ausgelagert worden. Die Schulen bekommen Geld und können dies für akkreditierte Fortbildungen ausgeben. Es gibt für 2007 insgesamt 16 Angebote Lehrerfortbildung zum Sachunterricht. (Für Deutsch 66, Grundschule 44). Alle Angebote sind integriert in ein Modul des Studienseminars Eschwege und finden auch nur dort und in der Umgebung von Eschwege statt.

 

Gerold Scholz