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Einladung Mitgliederversammlung 2012

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Jahrestagung 2012

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3. Doktorand/innentagung 2011

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Zur Situation des Sachunterrichts in Hamburg

Lydia Murmann

Stand Februar 2007

In den vergangenen Jahren wurden seitens des Landesinstituts und der senatorischen Behörde für Bildung und Sport (BBS) erhebliche Bemühungen unternommen, den Sachunterricht in Hamburg zu stärken. Der Sachunterricht ist als Kernfach neben Mathematik und Deutsch ausgewiesen und wurde ebenso wie diese Fächer bei der Einrichtung von schulinternen Fachleitungen vor zwei Jahren von Anfang an berücksichtigt.

Schule und Schuladministration

Sachunterricht ist im 1. Schuljahr im Fächerverbund, im 2. Schuljahr mit 3 Wochenstunden und im 3./4. Schuljahr mit 4 Wochenstunden in der Stundentafel vertreten. Seit Ende 2003 ist der aktuelle Rahmenplan Sachunterricht gültig, der einen deutlichen Paradigmenwechsel hin zur Stärkung selbstständigen Lernens vorgenommen hatte. Der Perspektivrahmen der GDSU ist explizit berücksichtigt. Im Frühjahr 2006 wurde von der BBS ergänzend das umfangreiche und sehr ansprechende „Handbuch Sachunterricht. Vom Rahmenplan zur Themenwerkstatt – eine Wegbeschreibung“, das sich an FachleiterInnen, kollegiale Planungsgruppen und individuelle LehrerInnen richtet, herausgegeben.

Eine Neuauflage der Bildungspläne ist zum 1.8.2008 geplant. Änderungen werden, wie in anderen Ländern auch, in der Fokussierung auf Kompetenzentwicklung anhand ausformulierter Kompetenzbereiche bestehen, damit einher geht eine weniger detaillierte Darstellung verbindlicher Inhalte und eine Kürzung einleitender Texte.

Die Einrichtung schulinterner Fachleitungen und verbindlicher Fortbildungen bringt strukturelle Vorteile für die Unterrichtsentwicklung, indem sie Multiplikatorinnen-Arbeit, u.a. durch gezielte Fortbildungskonzepte, begünstigt und personelle Ressourcen im Rahmen des Arbeitszeitmodells zur Verfügung stehen. In Hamburg liegt die Verantwortung für einzelne Schulfächer in der Hand von Fachreferenten (jeweils Klasse 1-13). Hieraus ergibt sich eine Sondersituation für den Sachunterricht. In der BBS ist der Sachunterricht dem Referat Naturwissenschaften zugeordnet, im Landesinstitut ebenso wie ev. Religion und anders als andere Fächer, dem Referat Schulformen und Schulstufen der allgemeinbildenden Schulen. Beide Positionen sind mit derselben Person besetzt (1/4 Stelle Fachreferat in der Behörde für Bildung und Sport , ¾ Stelle Landesinstitut).

Lehrerbildung

1. Universitäre Lehrerbildung

Der Sachunterricht ist in der Studienstruktur des Lehramtes Grund- und Mittelstufe und des Lehramts Sonderschule als Lernbereich neben den Bereichen Sport, ev. Religion, Musik, darstellendes Spiel, Kunst eingeordnet. Er hat im Studiengang Grund- und Mittelstufe im Unterschied zur Schulpraxis nicht denselben Status wie der mathematische oder sprachliche Anfangsunterricht (verpflichtende Teilnahme an je 2-3 Veranstaltungen), sondern der Besuch von Sachunterrichtsveranstaltungen ist optional und dann lediglich im Umfang von drei Veranstaltungen verbindlich. Es besteht formal (Prüfungsordnung) weiterhin eine Teilung in die Bereiche Gesellschaft, Natur und Technik, die Lehrangebote sind jedoch mittlerweile weitgehend integrativ ausgerichtet. In den neuen Entwürfen für die BA-MA-Struktur (Studiengang Lehramt Primarstufe und Sekundarstufe I, Einführung geplant für WiSe 07/08) ist Sachunterricht zurzeit als Wahlmöglichkeit im Modul „Lernbereich“ vorgesehen (1./2. Semester, ausschließlich BA, 12 LP). Erstmalig ist in der vorläufigen Beschreibung des Moduls „Lernbereich Sachunterricht“ ein inhaltlicher Konsens für die universitäre Sachunterrichtsausbildung formuliert. Ob es gelingt, den Sachunterricht quantitativ auszudehnen und auch im MA anzubieten ist noch offen. Voraussichtlich sind zusätzliche Lehrangebote in Modulen zum integrierten Schulpraktikum (BA), als Vertiefung in Modulen zur (Grund-)Schulpädagogik (BA/MA) sowie im Kernpraktikum (MA) oder in BA- bzw. MA-Abschlussarbeiten möglich. Dabei soll das Kernpraktikum einen Teil des bisherigen Referendariats ersetzen. Den Status eines Studienfaches hat der Sachunterricht in Hamburg nicht annähernd.

2. Zweite Phase

Die Ausbildung für das „Lehramt an der Primarstufe und Sekundarstufe I“ dauert 18 Monate, dabei wird ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Primar- und Sekundarstufenanteilen angestrebt. Seit einigen Jahren gibt es wieder Fachseminare Sachunterricht. Sachunterricht wird in der zweiten Phase immer in Kombination mit einem der folgenden Bezugsfächer ausgebildet: Geschichte / Politik / Sozialkunde / Soziologie, Geographie oder Biologie. Weitgehend ausgeschlossen ist die Kombination mit Physik oder Chemie, da diese in der Sekundarstufe I Mangelfächer sind. D.h. die Ausbildung für den Sachunterricht orientiert sich an der Fächerwahl für die Sekundarstufe, irrelevant ist dabei ob Sachunterricht in der ersten Phase als Lernbereich studiert wurde oder nicht. Um eine Anschlussmöglichkeit in der zweiten Phase herzustellen, wird den Studierenden jedoch umgekehrt in der universitären Ausbildung empfohlen Sachunterricht bevorzugt dann als Lernbereich zu belegen, wenn sie gleichzeitig eines der genannten Bezugsfächer studieren.

3. Fortbildungen

Der Besuch von insgesamt 30 Stunden Fortbildung im Jahr und ein persönliches Fortbildungsportfolio sind für jede Lehrkraft verbindlich, diese teilen sich auf in schulinterne (kollegiale) und individuell wählbare Fortbildungen. Auch für schulinterne Fortbildungen zum Sachunterricht bestehen seitens des Landesinstitutes abrufbare Angebote, die gut angenommen werden. Da Sachunterrichts-Fachseminare in der zweiten Phase erst seit wenigen Jahren wieder bestehen, sind die teilnehmenden Lehrerinnen generell als fachfremd einzuschätzen. Ein Ressourcenvorteil der Fächer Mathematik oder Deutsch gegenüber dem Sachunterricht besteht nicht. Feststellbar ist aber eine Dominanz dieser Fächer im Bewusstsein vieler Lehrkräfte. So führt die Stärkung von Sachthemen in Deutschlehrwerken teilweise dazu, dass diese Themen den Sachunterricht bestimmten, statt umgekehrt Sachunterrichtsschwerpunkte zu setzen und diese im Deutschunterricht aufzugreifen.

Zusammenfassung:

Der Sachunterricht wird in Hamburg als Kernfach verstanden, für die inhaltliche Ausrichtung (z.B. Rahmenplan, Fortbildungen) findet der Perspektivrahmen deutliche Berücksichtigung.

Insbesondere im Bereich Lehrerbildung der zweiten und dritten Phase ist in den vergangenen Jahren eine deutliche Stärkung des Sachunterrichts zu verzeichnen (u.a. durch Einrichtung von Fachleitungen in Schulen, von Fachseminaren im Landesinstitut, sowie die Bereitstellung von innovativen Handreichungen und Fortbildungsangeboten).

Die konzeptionelle Ausrichtung der Angebote zum Sachunterricht insbesondere im Bereich Fortbildung (seitens des Landesinstitutes) und der Universität sind anschlussfähig. Hierzu trägt bei, dass die Formulierung des aktuell gültigen Rahmenplans in Zusammenarbeit zwischen Universität und Landesinstitut erfolgte, wodurch konsensuelle Prozesse begünstigt wurden.

Der Stellenwert des Sachunterrichts im Rahmen der universitären Ausbildung ist deutlich geringer, hier ist Sachunterricht lediglich als optionaler Studienbestandteil von geringem Umfang vorgesehen, der im Verlauf des Studiums gewählt wird. Bei der BA-MA Umstellung der Struktur des Studiengangs „Lehramt Primar- und Sekundarstufe I“ wurden die bisherigen Studienanteile und die Zuordnung des Sachunterrichts zu den Lernbereichen beibehalten.

Für die zweite Phase lässt sich eine strukturelle Stärkung feststellen. Die Ressourcen für Fortbildungen zum Sachunterricht entsprechen denen der Fächer Deutsch und Mathematik.

 

Kerstin Michalik Ergänzungen zum Bericht von 2007 (März 2010)

Schule und Schuladministration

Der Rahmenplan Sachunterricht von 2003 wurde 2008 überarbeitet. Die wegen der Schulreformpläne nicht offiziell in Kraft getretene Arbeitsfassung war auf die Formulierung von Kompetenzbereichen bei gleichzeitiger Reduzierung der verbindlichen Inhalte ausgerichtet. Für die mit dem Schuljahr 2010/11 geplante Einführung der sechsjährigen Primarschule wurden neue, vor wenigen Woche veröffentlichte Rahmenplanentwürfe erstellt, in denen der integrative Sachunterricht, wie er bisher in Hamburg existiert, eine gravierende Veränderung erfährt. Im Rahmen der geplanten Schulreform wird das Fach Sachunterricht auf die Klassenstufen 1-3 beschränkt. Für die Klassen 4-6 erfolgt eine Aufteilung in den „Lernbereich Naturwissenschaften und Technik“ und den „Lernbereich Gesellschaftswissenschaften“. Die drei verschiedenen Rahmenpläne wurden im „Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung“ von verschiedenen Fachreferaten erstellt. Für den Rahmenplan Sachunterricht und den Rahmenplan Lernbereich Naturwissenschaften und Technik ist das Referat „Mathematik, Naturwissenschaften, Technischer Unterricht“ zuständig, für den Rahmenplan Lernbereich Gesellschaft das Referat „Gesellschaftswissenschaftlicher Unterricht“. Die drei Rahmenpläne sind strukturell und inhaltlich wenig aufeinander abgestimmt. Während der Rahmenplan Sachunterricht für die Klassen 1-3 auf der inhaltlichen Ebene der Logik der „Perspektiven für den Sachunterricht“ folgt und innerhalb der Perspektiven Kompetenzbereiche spezifiziert, sind die Rahmenpläne für die Inhaltsbereiche Naturwissenschaften/Technik und Gesellschaft nach (jeweils unterschiedlichen) Kompetenzbereichen strukturiert.

 

Lehrerbildung

1. Universitäre Lehrerbildung

Im Rahmen der neuen, seit dem Wintersemester 2009/09 eingeführten BA/MA-Studiengänge ist der Sachunterricht ein Wahlpflichtmodul im  Erziehungswissenschaft für das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe I und das Lehramt an Sonderschulen. 

Der Sachunterricht gehört, wie bereits in der alten Studienstruktur, zu den „Lernbereichen“, die optional studiert werden. Das entsprechende Modul „Lernbereich Sachunterricht“ (12 LP) besteht aus drei Lehrveranstaltungen, einer Vorlesung mit Übung/Tutorium (2 SWS), einer einführenden Veranstaltung (2 SWS) und einer weiterführenden Veranstaltung mit Praxisbezug (3 SWS). Die zuvor bestehende Aufteilung des Sachunterrichts in die drei Bereiche Gesellschaft, Natur und Technik ist aufgehoben.

 Der Sachunterricht ist an der Universität Hamburg wie folgt ausgestattet: 

- 1 Professur

- 1 Wissenschaftliche Mitarbeiter/in

- 2 Lehrkräfte für besondere Aufgaben (jeweils halbe Stellen, davon nur eine langfristig gesichert)

- Lehrbeauftragte (bedarfsorientiert)