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Einladung Mitgliederversammlung 2012

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Jahrestagung 2012

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3. Doktorand/innentagung 2011

PROGRAMM der 3. Doktorand/innentagung 2011

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Situation des Sachunterrichts im Land Brandenburg

 Schulfach:

Im Land wird nach einem länderübergreifenden Rahmenlehrplan seit 2004, der unter Bezug auf den Perspektivrahmen Sachunterricht entstand, unterrichtet. Das Stundenvolumen für den Sachunterricht in der Stundentafel beträgt in den Klassen 1-4 3 Wochenstunden. Real findet der Sachunterricht in den Klassen 1-2 oft nicht als solcher identifizierbar statt, sondern wird in den Deutschunterricht integriert. Qualifikationsmängel sind bei den Lehrkräften bei naturwissenschaftlichen Inhalten (außer Biologie) nicht zu übersehen, da diese in der Regel für den Heimatkundeunterricht an DDR-Schulen ausgebildet wurden.

Das Land hat Fachberater für alle Fächer, auch für den Sachunterricht eingesetzt (6 Fachberater, pro Schulamt einen). Diese sollen die Lehrkräfte beraten und arbeiten besonders eng mit den Fachkonferenzleitern zusammen. Leider gibt es die nur in den Grundschulen für Deutsch und Mathematik, nicht aber für den Sachunterricht, so dass der Qualifikationsprozess hier nicht systematisch geführt wird.

Bildungsadministration:

Im Ministerium sowie im Landesinstitut LISUM existiert keine explizite Verantwortlichkeit für das Fach Sachunterricht. Schwerpunkte der ministeriellen Aufmerksamkeit sind gegenwärtig die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention (Artikel 24 - Inklusion), die Gestaltung der flexiblen Schuleingangsphase und die mit den Schulleistungstests (mit Schwerpunkt Deutsch und Mathematik) zusammenhängenden Probleme kompetenzorientierten Unterrichtens. Das Landesinstitut arbeitet mit den Fachberatern eng zusammen, hier sind auch kontinuierliche Kontakte mit dem Landesbeauftragten der GDSU vereinbart worden. Sachunterricht hat jedoch eine nachrangige Bedeutung hinter den Fächern Deutsch und Mathematik. Über die Umsetzung des Rahmenlehrplans Sachunterricht ist wenig bekannt. Weder im Ministerium noch im LISUM sind Untersuchungen zur Evaluation des Sachunterrichts in den Grundschulen des Landes Brandenburg geplant.

Lehrerbildung:

Gegenwärtig wird an der Vorbereitung eines neuen Lehrerbildungsgesetzes gearbeitet, welches im Herbst 2013 in Kraft treten soll. Ein Konzept zur Weiterentwicklung der Lehramtsausbildung soll im Herbst 2012 vorgelegt werden. Die Schwerpunkte der Veränderungen im neuen Lehrerbildungsgesetz sind der Ausbau eines Beratungs- und Unterstützungsangebotes für Lehramtsstudenten, die Stärkung der sonderpädagogischen bzw. inklusionspädagogischen Kompetenzen der Lehramtsstudierenden, eine stärkere Orientierung der fachbezogenen Ausbildung an der Profession der Lehrkräfte, die Verbesserung der Ausbildung in der Fachdidaktik sowie die Schärfung der Ausbildung für die einzelnen Lehrämter in Bezug auf die Anforderungen in den Schulstufen. Damit verbunden ist die Wiedereinführung des Lehramtes für die Primarstufe. Angedacht ist ein gleichwertiges Studium für alle Lehrämter im Umfang von 300 CP, was gleichzeitig bedeuten würde, dass im Rahmen des Lehramtsstudiums für die Primarstufe drei Fächer, darunter Sachunterricht, im Umfang von 50 CP studiert werden können. Offen ist allerdings noch, wie dies strukturell und personell an der Universität Potsdam abgesichert werden kann.

Die gegenwärtige strukturelle Ausstattung des Sachunterrichts an der Universität ist unzureichend. Die Lehrerbildung generell ist strukturell unzureichend abgesichert. Ursache hierfür ist ein Überhang an Stellen aus der Gründungsphase der Universität (ehemalige Pädagogische Hochschule, Institut für Lehrerbildung), mit dem bislang die Lehrerbildung und besonders auch der Sachunterricht abgesichert wurden. Durch Abschmelzen des Überhangs, verbunden mit einer großzügigen Handhabung der Altersteilzeitregelung (im Sachunterricht drei Stellen!), können mittelfristig Stellen nicht besetzt werden. Der Einsatz von (halben) LfbA -Stellen gewährleistet gegenwärtig kaum die Absicherung des erforderlichen Lehrangebots, die Einheit von Forschung und Lehre kann allerdings nicht gesichert werden.

Seit 2004 wird in konsekutiven Studiengängen ausgebildet. 2007 und 2011/12 wurden die Studienordnungen noch einmal verändert, um den Anforderungen der KMK zu entsprechen (nun sind alle Unterrichtsfächer auch im Master vertreten, was zunächst nur für das Schwerpunktfach galt). Eine wesentliche Veränderung der STO 2011/12 bezieht sich auf die Abschaffung der Schwerpunktsetzung (auf den natur- bzw. gesellschaftswissenschaftlichen Teilbereich), dafür besteht nun die freie Wahlmöglichkeit bezogen auf das gesamte bezugsfachwissenschaftlich orientierte Lehrangebot für alle Studierende.

Die Universität Potsdam strebt eine Systemakkreditierung an. Für den Sachunterricht läuft gegenwärtig das Akkreditierungsverfahren (Programm) für den Masterstudiengang.

Ausgebildet wird gegenwärtig noch für das Stufenübergreifende Lehramt SEK I/ Primarstufe. Das Fach Sachunterricht kann man studieren, wenn der Schwerpunkt auf die Primarstufe gelegt wird, was bedeutet, neben dem Schwerpunktfach zwei weitere grundschulspezifische Fächer (D, Ma, Su, Mu, Sp, Ku, Engl.) bzw. Lernbereiche (musisch-ästhetischer Lb, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde - LER) zu studieren. Das BA-Studium setzt sich zusammen aus: Primarstufenspezifischer Bereich (Grundschulpädagogik und –didaktik/Anfangsunterricht – 20 LP; Erziehungs- und sozialwissenschaftliches Modul – 15 LP, 1. Fach - 69 LP, 2 weitere Fächer - je 35 LP, BA-Arbeit - 6LP. (Eines der belegten Fächer muss im Falle der Schwerpunktsetzung auf die Primarstufe Deutsch oder Mathematik sein.)

Das MA-Studium setzt sich zusammen aus: Primarstufenspezifischer Bereich - 10 LP, 1. Fach - 14 LP. 2. und 3. Fach, darunter Sachunterricht, - 3 LP; Erziehungs- und sozialwissenschaftliches Modul – 25 LP, Masterarbeit – 15 LP. Zusätzlich ist ein Praxissemester verantwortet durch die Universität im Umfang von 20 LP zu absolvieren. In der zweiten Phase der Lehrerbildung wird dafür ein Semester von vier gestrichen. Für den Sachunterricht kann hier ausgebildet werden, wenn er jedoch als 3. Fach studiert wurde, erfolgt dies in der Regel nicht.

Hartmut Giest