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Zur Situation des Sachunterrichts in Bayern

Dem Fach Heimat- und Sachunterricht kommt in der bayerischen Grundschule seit langem ein akzeptables Gewicht zu. In den ersten beiden Jahrgängen ist das Fach zusammen mit Deutsch, Mathematik, Musikerziehung und Kunsterziehung dem grundlegenden Unterricht zugeordnet, für den 16 von 23 bzw. (im 2. Jahrgang) von 24 Stunden zur Verfügung stehen. In der 3. Jahrgangsstufe stehen für Sachunterricht drei, in der 4. Jahrgangsstufe vier Stunden zur Verfügung.
Das Fach ist für den Übertritt ins Gymnasium bzw. in die Realschule relevant. Als Durchschnittsnote für den Übertritt ins Gymnasium, die aus den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht gebildet wird, gilt 2,33. Wenn der Durchschnitt aus Deutsch und Mathematik dabei bei 2,0 oder darunter liegt, ist der Übertritt uneingeschränkt möglich. Bei einem Durchschnitt darüber ist der Übertritt nach Entscheidung der Eltern mit Beratung möglich. In allen anderen Fällen erfolgt der Übertritt nach bestandenem Probeunterricht. Für den Übertritt in die Realschule von der vierten Klasse Grundschule gilt: Durchschnittsnote aus Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht im Übertrittszeugnis bis 2,33, dann ist der Übertritt uneingeschränkt möglich; bei Durchschnittsnoten bis 2,66 spielen vor allem die Noten in Deutsch und Mathematik eine Rolle.
Im Studium für das Lehramt an Grund- bzw. Sonderschulen nimmt das Fach Didaktik des Sachunterrichts jedoch eine vergleichsweise marginale Rolle ein. Das Studium setzt sich zusammen aus erziehungswissenschaftlichen Anteilen mit 44 LP, einem frei gewählten Bereich mit 12 LP, einem fachdidaktischen Praktikum mit 5 LP und der Hausarbeit mit 10 LP. Außerdem werden ein Unterrichtsfach mit 54 LP Fachwissenschafts- und 15 LP Fachdidaktikanteil, drei Didaktikfächer mit je 12 LP und Grundschulpädagogik mit 34 LP studiert.
Dieser Grundschulpädagogikbereich deckt drei Schwerpunkte ab: Grundschulpädagogik, Schriftspracherwerb und Sachunterricht. Schriftspracherwerb und Sachunterricht werden gleich gewichtet. Das bedeutet für das Basismodul einen Studienumfang von 3 LP (Vorlesung und Proseminar) und für das Aufbaumodul von 6 LP, die zumeist auf 4 SWS verteilt sind.
Für den Fall, dass Studierende ein sachunterrichtsnahes Didaktikfach wie Biologie, Chemie, Erdkunde, Geschichte, Physik oder Sozialkunde wählen, kommen zumindest theoretisch noch 12 LP fachdidaktischer Anteil hinzu, deren Sachunterrichtsrelevanz allerdings nicht geregelt ist.
Zudem können Leistungspunkte im frei gewählten Bereich im Sachunterricht erworben werden.
Das modularisierte Lehramtsstudium wird in Bayern weiterhin mit einem Staatsexamen abgeschlossen.
Fazit: Eine Ausweitung der sachunterrichtlichen Studienanteile wäre dringend erforderlich. Es ist nicht davon auszugehen, dass im Rahmen eines Studiums von Unterrichtsfächern und ihrer Fachdidaktiken die sachunterrichtlichen bzw. grundschulpädagogischen Belange fachlicher Grundlegung in natur- und sozialwissenschaftlichen Lernbereichen genügend beachtet werden.
Stand: Februar 2007, Joachim Kahlert; aktualisiert im März 2011, Frauke Grittner